Freitag, 2. September 2011

Im Olympiapark

2 Wochen bin ich jetzt schon in Peking und es hat sich schon viel getan, aber jetzt erst mal langsam und eins nach dem anderen. Am besten fange ich bei meinem ersten Wochenende an. Die anderen Postings kommen als nächstes Mal dran. Ich hoffe ich finde hier genug Zeit dazu. Grad ist es eher so dass ich mit dem Schreiben nicht hinterher komme... :-)
Kleine Vorgeschichte: Bevor ich hierher geflogen bin, bekam ich von dem Vater eines Freundes den Kontakt einer deutschen Familie übermittelt, die ebenfalls seit kurzer Zeit in Peking angekommen ist. Als ich hier angekommen bin, habe ich den Kontakt zu Ihnen aufgenommen. Das lief übrigens mit meiner neuen chinesischen Nummer, die ich mir in irgendeinem kleinen Handyshop gleich am ersten Tag besorgt hatte. Nach einem ersten Telefonat haben wir dann beschlossen, gleich am Sonntag den Olympiapark mit dem Vogelnest und der Schwimmhalle zu besichtigen. Als Fussballfan konnte ich dazu natürlich nicht nein sagen.
Taschenkontrolle am U-Bahneingang
Also trafen wir uns abends und fuhren mit dem Auto im leicht gewöhnungsbedürftigen Pekinger Verkehr erst mal zu einem chinesischen Restaurant. Glücklicherweise gab es dort ein paar Gerichte, die nicht scharf waren. Glücklicherweise deshalb, weil eine gewisse Schärfe hier einfach Standard ist (wenn nicht gleich mehr davon), was ich eher versuche zu vermeiden. Also genoss ich erst mal die süß-saure Soße und übte fleißig mit den Stäbchen zurechtzukommen. Mir fällt das gar nicht so schwer und ich komme gut damit klar. Irgendwie gefallen mir die Stäbchen ziemlich gut, ist halt irgendwie etwas anderes, etwas neues.
In Beijing ist immer was los
Von dem Chinesen gings dann wenige Meter weiter zur U-Bahn. Die erste positive Überraschung: Man kann für nur 2 RMB soviel U-Bahn fahren wie man will (also ein Eintritt)! Grob überschlagen sind das 20ct. Wenn man dann in die Station rein kommt, gibt es erst mal eine Taschenkontrolle. Dauert zwar etwas länger, aber ich finds gut. Wenn man dann mit den Rolltreppen zu den Gleisen runter fährt, dann fällt einem erst Recht auf, dass die Chinesen (zumindest beim Thema U-Bahn) viel Wert auf Sicherheit legen (beim Straßenverkehr wird noch daran gearbeitet). Man hat keinen direkten Zugang zu den Gleisen, sondern es gibt bei vielen Stationen eine Glas-Abtrennung und die Türen öffnen sich natürlich nur, wenn die Bahn angehalten hat. Am Sonntag Abend war zwar auch viel los, aber gerade im Berufsverkehr am Morgen oder am Abend (Stichwort "Völkerwanderung") eine sehr sinnvolle Investition.
Ein paar Stationen weiter mussten wir umsteigen, um auf die Linie zu kommen, die uns zum Stadion bringt. Das ist schon lustig, weil die Linie mit gerade mal 3 Stationen nur für den Olympiapark gebaut wurde. Ist schon mehr als fragwürdig ob dieser Aufwand in Deutschland ebenfalls gebilligt würde. Daheim ists ja eher so, dass man überall Gegner hat, egal wie sinnvoll ein Projekt auch ist. Hier wird nicht gefragt, sondern einfach gebaut. Bei einem gewissen Bahnprojekt im Süden Deutschlands würde ich das auch sehr begrüßen!
In der U-Bahn selbst war es natürlich ziemlich eng. Dann wird mal mehr oder weniger gedrängelt und wenn man mal drin ist dann muss man nur noch einen Halt finden und hoffen, dass der Zielbahnhof bald erreicht ist.

Das "Vogelnest"


Schließlich kamen wir dann nach besagten 3 Stationen am Park an. Alles ist dort sehr breit gebaut worden, kein Wunder bei so vielen Menschen im Land. Auf dem Platz vor dem Stadion und rund um die Schwimmhalle waren so viele Menschen, dass ich mich ständig gefragt habe: Wo kommen die alle her?? So viele waren doch gar nicht in der U-Bahn... Der Olympiaplatz war also gut besucht.
Schwimmhalle
Kleine Story nebenbei: Die deutsche Familie hat 2 kleine Kinder, wobei der jüngere Sohn ca. 6 Jahre alt ist. Außerdem haben er und seine Schwester blonde Haare. Was bei uns tagtäglich zu sehen ist, ist dort eine kleine Attraktion, weil alle Chinesen schwarze Haare haben. Natürlich richteten die Chinesen ihr Augenmerk generell auf die Sportstätten, aber sobald sie die beiden blonden Geschwister bemerkt hatten, galt den beiden neuen Attraktionen die vollste Konzentration. Sofort wurden deren Eltern gefragt, ob sie es erlauben, mit den eigenen Kindern zusammen (welch netter Kontrast) ein Bild machen könnten. Wie einfach mal Menschen doch glücklich machen kann ;-) Das wäre übrigens auch eine nette Geschäftsidee. Warum ist da noch niemand darauf gekommen? Einfach das 100.000ste Joint-Venture in China gründen und jedes Jahr die Mitarbeiteranzahl verdoppeln :P
Der Olympiaturm mit wechselnder Beleuchtung

Ok, zurück zum Stadion. Sah natürlich gut aus, aber ich fands dann doch etwas schade dass man nicht rein konnte. So musste ich mich dann mit der Sicht von Außen begnügen, was auch nicht so schlecht war. Direkt daneben steht auch noch der Olympiaturm, dessen Farben der Beleuchtung ständig wechseln. Den fand ich echt toll. Allgemein sollte man die Sportstätten unbedingt erst dann besuchen, wenn es dunkel ist. Und ich hab mir auch sagen lassen, dass es am Samstag nicht beleuchtet war. Ich vermute mal, dass die Beleuchtung deshalb vielleicht nur Sonntags zu sehen ist. Bin mir aber nicht sicher, vielleicht ist's auch anders. Wenig später gings dann auch wieder zurück, der erste Arbeitstag stand an.


Samstag, 20. August 2011

Anreise - der 1. Tag


Gestern um 14:55 bin ich in Stuttgart losgeflogen. Einchecken und Passkontrolle liefen wunderbar, auch der Koffer hat gerade so gepasst. War glücklicherweise sehr genau vorher daheim abgewogen worden, so hatte ich damit dann keine Probleme. Als Handgepäck hatte ich dann "nur noch" meinen Rucksack (Eastpak) und meine Laptoptasche, wobei die Laptoptasche mit ca. 9 kg schwerer war als der Rucksack.
Der Airbus A380 nach der Ankunft in Peking
Nachdem ich mit dort von meiner Familie verabschiedet hatte, ging’s weiter nach Frankfurt. Ich musste erst mal einem etwas längeren Fußmarsch hinter mich bringen, bis ich an meinem Gate ankam. Frankfurt ist eben ein paar Nummern größer als Suttgart, wer hätt's gedacht. Dann die Überraschung:  Der riesen A380, der vor mir stand, war mein Flieger! Hab nicht nachgeschaut, wie viele Passagiere reinpassen, aber es sind sehr viele... 

Der Flug verlief ohne Probleme. Essen hätte von der Menge her etwas mehr sein können, aber die Flughöhe von über 11000 Meter Höhe machte das Dinner doch zu etwas besonderem. Rechts neben mir saß eine Gruppe Jugendlicher. Es waren ca. 25 Schüler, die für ein ganzes Jahr einen Austausch in China machen. War ganz interessant, sich mit ihnen zu unterhalten, wird für sie sicher auch eine gute Zeit werden. Irgendwann hab ich versucht zu schlafen, was auch einigermaßen geklappt hat. Dann wurde ich von meiner chinesischen Nachbarin geweckt, als die warmen Putztücher vor dem Frühstück ausgeteilt wurden. Ich muss sagen, so lange haben die 9 Stunden nun nicht gedauert, die Zeit ging relativ schnell um. Und die Spannung stieg, je näher wir der Landung kamen.
Dann stiegen alle aus und liefen in Richtung Gepäckausgabe. Erst musste ich aber noch ein Bild von dem riesen Vogel machen, so einen sieht man ja nicht alle Tage. Dessen Größe passte allerdings zu dem Flughafen von Peking, der war nicht weniger kleiner. Nachdem die Visas noch mal kontrolliert und abgestempelt wurden (auch hier lief glücklicherweise alles glatt) ging es erst mal mit einer Bahn ins nächste Gebäude. Dort dauerte es dann etwas und schließlich konnte ich meinen Koffer in Empfang nehmen. 

Das "Star City", ich wohne im linken Block
Aussicht auf der linken Seite
Anschließend ging es mit dem Auto zum Appartement. Natürlich funktioniert der Verkehr hier etwas anders als man es gewohnt ist, aber es ist jetzt nicht sooo schlimm. Rote Ampeln werden normalerweise beachtet, die Spur eher nicht, geblinkt wird sogar auch immer wieder mal. Außerdem kann man sich in den Taxis gar nicht anschnallen, dafür aber aus Sicherheitsgründen nur auf der rechten Seite ein-/aussteigen. Schon etwas seltsam. Im Appartement angekommen verließ mich mein Abholservice gleich wieder und ich wurde an der Rezeption angemeldet. Zuerst bekam ich ein Zimmer im 7. Stock zugewiesen, aber weil hier schon 2 Leute drin waren, bekam ich wenig später das Angebot, in den 18. Stock umzuziehen, welches ich dann auch annahm. Dort machte ich es mir dann in dem kleineren der beiden Zimmer bequem und genoss erst einmal die Aussicht, die einem in dieser Höhe geboten wird. An diesem Tag gab es sogar richtig gute Sicht und auch der blaue Himmel war zu sehen. Das ist hier nicht selbstverständlich. Ich hoffe die gute Sicht hält noch ein wenig an. Im Übrigen kommt mein Zimmerkollege aus der gleichen Stadt wie ich (Stadtteil Roßdorf). Viele weitere Praktikanten kommen aus der Stuttgarter Gegend. 

Abends gings dann los zur Essenssuche. Eine Praktikantin war so nett und nahm mich mit zu einem kleinen Chinesen auf der anderen Straßenseite. Die Straße hier zu überqueren ist außerdem etwas spannender als daheim. Im Imbiss ging’s dann los mit Stäbchen. Bis jetzt hatte ich sowas noch nie ausprobiert, aber spätestens als ich die Stäbchen in die Hand nahm, wusste ich, dass ich in Peking bin. Ich weiß nicht was ich gegessen habe, aber es war auf jeden Fall Reis dabei und der Rest war leicht scharf. Ich hoffe ich gewöhne mich ein wenig daran, denn daran führt wohl kaum ein Weg dran vorbei. Ich glaube, ich werde in diesen 6 Monaten viel Essen, aber danach nie wissen, was es war. Wohl bekomm’s! Zum Abschluss des Tages (Freitag Abend -> Wochenende) ging’s mit mehreren Praktikanten gleich mal in ein Szeneviertel. Dort in einem Club ganz oben auf der Terrasse eines Hochhauses konnte ich dann die Skyline genießen.

Mittwoch, 17. August 2011

Start des Blogs

Das hier ist der neue Blog von Edmund. Hier möchte ich in Zukunft regelmäßig Infos über mich und meinen Aufenthalt posten und euch so ein wenig daran teilhaben lassen. Ist nun der erste Post und morgen um diese Zeit sitze ich schon im Flieger! Wird spannend! Seeeehr spannend! Bin froh endlich alles gepackt zu haben, nun kann's so gut wie losgehen.